tinnitus

Tinnitus & Hörsturz

Haben Sie ab und zu Ohrgeräusche? Also beispielsweise ein hohes Pfeifen auf einem Ihrer Ohren, das nur Sie hören können? Wenn ja ist Vorsicht geboten: Ein Tinnitus kann der Vorbote eines Hörsturzes sein. Aber was ist ein Tinnitus und ein Hörsturz überhaupt und was kann man dagegen tun? Das erfahren Sie in diesem Artikel.
Der Tinnitus (korr. Med. Name lautet: Tinnitus Aurium) ist eine akustische Wahrnehmung, die ohne einen entsprechenden akustischen Reiz von außerhalb des Körpers entsteht und auch keinen Informationsgehalt besitzt. Das ist auch der Grund, wieso der Tinnitus sehr leicht von akustischen Halluzinationen abzugrenzen ist. Bei akustischen Halluzinationen hören die Betroffenen in der Regel Stimmen. Zwischen 800.000 und 1.000.000 Österreicher leiden an einem Tinnitus. Wobei der Tinnitus bei ca. 100.000 Menschen in Österreich so stark ausgeprägt ist, dass die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt ist. Im Zusammenhang mit dem Tinnitus von einer Volkskrankheit zu sprechen, ist also nicht besonders weit hergeholt. Der Hörsturz (auch Ohrinfarkt genannt) tritt wesentlich seltener in Österreich auf. Lediglich 20 von 100.000 Österreichern erleiden jährlich einen Hörsturz.

Wie kommt es zum Tinnitus und was genau ist ein Hörsturz? Wir klären auf.

Was genau ist ein Tinnitus?

Der Tinnitus tritt in drei unterschiedlichen Ausprägungen auf

Objektiver Tinnitus

Bei dem objektiven Tinnitus werden die Ohrgeräusche durch eine dem Ohr nahegelegene, körpereigene Schallquelle produziert. So kann das Geräusch, welches produziert wird, wenn Blut durch eine Gefäßverengung nahe dem Trommelfell fließt, als Tinnitus wahrgenommen werden. Auch die Muskulatur in der Nähe der Ohren kann Geräusche produzieren. Diese Geräusche sind auch von anderen wahrnehmbar – zum Beispiel mit einem Stethoskop oder anderen medizinischen Gerätschaften.

Ursachen des objektiven Tinnitus:

01

Verschluss der Eustachischen Röhre (ca. 3,5 cm lange Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen)
Blutschwämme in zahlreichen, kleinen Blutgefäßen nahe dem Ohr

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03

Defekt des Kiefergelenks, bei dem die Gelenkflächen beim Öffnen und Schließen des Kiefers aneinander reiben
Verengungen der Blutgefäße nahe des Ohres

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05

Verkrampfungen der im Ohr gelegenen Muskulatur und/oder der Gaumenmuskulatur
Tumor im Mittelohr

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Subjektiver Tinnitus

Der subjektive Tinnitus kann nicht von anderen Personen und auch nicht mit Hilfe medizinischer Instrumente gehört werden. Die Betroffenen nehmen Geräusche wahr, die nicht auf eine vorhandene Schallquelle zurückzuführen sind. Daraus den Schluss zu ziehen, dass die gehörten Geräusche nur Einbildung sind, ist jedoch falsch. Soweit heute bekannt ist, ist die Quelle der Geräusche, eine fehlerhafte Informationsbildung bzw. –verarbeitung im Ohr, im Hörnerv oder im Hörzentrum des Hirns.

Ursachen des subjektiven Tinnitus:

01

Stress und psychische Belastungen gelten als eine der Hauptursache - Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems wie Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen oder Blutarmut
Schilddrüsenfunktionsstörung

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03

bestehende Innenohrschwierigkeiten (altersbedingt oder genetisch)
Lärmbelastung oder Knalltrauma

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05

Hörsturz
Morbus Menière

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Mittelohrentzündung
Defekt des Trommelfells

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Funktionsstörung der Eustachischen Röhre
Nebenwirkungen von verschiedenen Medikamenten wie Antibiotika, Antidepressiva, Chemotherapeutika

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11

Drogenkonsum
Tumoren am Hör- und/oder Gleichgewichtsnerv

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Idiopathische Tinnitus

Der idiopathische Tinnitus wird der Tinnitus genannt, bei dem nicht nachgewiesen werden kann, wie er entsteht. Und das ist auch heute noch bei vielen Betroffenen der Fall.

Wie äußert sich der Tinnitus ?

Die Ohrgeräusche sind sehr individuell und reichen vom Sausen über ein Brummen, Klingeln, Pfeifen, Zischen, Klopfen, Knacken bis hin zum Piepsen. Bei einigen Patienten treten die Geräusche dauerhaft auf, bei anderen wiederum nicht. Dabei können beide oder auch nur ein Ohr betroffen sein. Auch die Lautstärke kann variieren.

Zu den Folgeerscheinungen des Tinnitus gehören unter anderem:

01

Zähneknirschen
Einschlaf- und Durchschlafprobleme

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03

Konzentrationsstörungen
Muskelverspannungen insbesondere im Bereich der Nackenmuskulatur und des Kiefers

04

05

Kopfschmerzen
Benommenheit und Schwindel

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07

Angstzustände
depressive Verstimmungen bis hin zur manifesten Depression

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Wer ist häufig vom Tinnitus betroffen ?

Laut aktuellen Untersuchungen sind alle Altersgruppen – auch Kinder – vom Tinnitus betroffen. Mehrheitlich leiden jedoch Menschen jenseits der 50 Jahre und mehr Frauen als Männer an Tinnitus Allerdings tritt der Tinnitus, wie in den letzten Jahren beobachtet, auch immer öfter bei jüngeren Menschen auf. Experten führen das auf eine steigende Lärmbelastung in der Freizeit, wie auf Live-Konzerten und Diskotheken zurück. Die Patienten werden je nach Stärke des Tinnitus in vier verschiedene Grade eingeteilt.

01

1. Grad: Kein Leidensdruck.
2. Grad: Der Tinnitus tritt hauptsächlich bei Stille auf und wird nur bei Stress oder psychischen Stress als störend empfunden.

02

03

3. Grad: Dauerhafte Beeinträchtigung im Berufs- und Privatleben durch Störungen im emotionalen, kognitiven und körperlichen Bereich infolge des Tinnitus.
4. Völliger Zusammenbruch des Privatbereichs und völlige Berufsunfähigkeit.

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Wie wird der Tinnitus behandelt ?

Sollten Sie feststellen, dass Sie an einem Tinnitus leiden, ist Eile geboten. Das bedeutet zwar nicht, dass Sie die Rettung rufen müssen, jedoch sollten Sie so bald wie möglich einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Das geht bei einem Tinnitus auch ohne Termin. Wenn der Tinnitus auf eine Ursache zurückzuführen ist, wie zum Beispiel einem Riss im Trommelfell oder einem Ohrenschmalzpfropfen im Gehörgang, dann muss diese Ursache beseitigt werden. Kann die Ursache des Tinnitus nicht abgeklärt werden, wird der Tinnitus ähnlich wie ein Hörsturz behandelt: zuckerhaltige Infusionen, Verbesserung der Sauerstoffzufuhr zum Innenohr und die Verabreichung von Kortison. Ist der Tinnitus chronisch, wird der Patient lernen den Tinnitus auszublenden oder zu vergessen. Auch sind Anti-Stress-Therapien oft zielführend und erfolgversprechend.

Wie kann man einem Tinnitus vorbeugen ?

Neueste Forschungsergebnisse lassen darauf schließen, dass der Tinnitus zumindest durch zu laute Geräusche im Beruf (beispielsweise auf Baustellen oder in Werkstätten) oder in der Freizeit (zum Beispiel auf Konzerten oder in Diskotheken) begünstigt wird. Hier finden Sie eine Lautstärkeskala mit normalen Umgebungsgeräuschen, auf der Sie ablesen können, wie laut Geräusche im Vergleich zueinander sind. Die Lautstärke solcher Geräuschquellen lässt sich jedoch minimieren: durch die Verwendung von Hansaplast Lärmstop.

Was genau ist ein Hörsturz ?

Bei einem Hörsturz kommt es zu einem meist einseitigen Hörverlust auf einem der Ohren. Der Hörverlust kann dabei minimal sein oder bis zur kompletten Taubheit führen. Begleiterscheinungen eines Hörsturzes (auch Ohreninfarkt genannt) können ein Schwindelgefühl und/oder ein Tinnitus sein. Selten kann es auch zu einem pelzigen oder auch bamstigen Gefühl rund um das betroffene Ohr kommen. Auch bei einem Hörsturz ist Eile geboten. Sie müssen zwar auch bei einem Hörsturz nicht in Panik verfallen, jedoch sollten Sie auch hier möglichst bald einen HNO-Arzt oder die HNO-Ambulanz eines Spitals aufsuchen.

Welche Ursachen hat ein Hörsturz ?

Bis heute ist noch nicht genau geklärt, wie es zu einem Hörsturz kommen kann. Jedoch gehen die Experten davon aus, dass er durch eine Durchblutungsstörung im Innenohr hervorgerufen wird und es dadurch zu einer Fehlfunktion der Sinneszellen im Ohr kommt. Eine andere plausible Theorie besagt, dass der Hörsturz durch Störungen im Salzhaushalt der Sinneszellen im Ohr, Schwellungen und Entzündungen im Innenohr sowie Nervenschäden hervorgerufen werden kann. Darüber hinaus scheinen Bewegungsmangel und Rauchen das Entstehen eines Hörsturzes zu begünstigen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hörsturz

Generell sind die Heilungsaussichten bei einem Hörsturz sehr gut. Bei ca. 80% der Betroffenen bildet sich der Hörverlust auch ohne Behandlung wieder zurück. Im deutschsprachigen Raum werden oft Rheologika, also durchblutungsfördernde Medikamente, und Corticosteroide, entzündungshemmende und abschwellend wirkende Medikamente, verordnet. Beide Behandlungen steigern die Erfolgsaussichten auf eine Heilung. Nur wenige Patienten haben nach einem Hörsturz bleibende Beeinträchtigungen. Allerdings erleiden ca. 30% aller Hörsturzpatienten im Laufe ihres Lebens weitere Hörstürze.
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