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Tipps bei einem Kreuzbandriss – So kommen Sie schnell wieder auf die Beine.

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Sport ist gesund, denn durch regelmäßige Bewegung kann vielen Krankheiten vorgebeugt und auch die geistige Fitness verbessert werden. Jedoch führen Sportarten mit schnellen Richtungs- und Tempowechseln häufig zu einem Kreuzbandriss. Wir verraten Ihnen, welche Behandlungsmethoden es gibt und liefern hilfreiche Tipps für die Zeit danach.

Typische Beschwerden bei einem Kreuzbandriss

Es gibt unterschiedliche Verletzungen und Unfälle, die zu einem Kreuzbandriss führen können. Viele Betroffene verspüren während des Unfalls einen Riss und nehmen ein Knacken wahr. Häufig kommt es durch den Kreuzbandriss zu einem Verschiebegefühl des Oberschenkels gegenüber dem Unterschenkel. Es entstehen Schmerzen in der Kapsel und in der Kniekehle. Zudem ist das Knie instabil und geschwollen, weshalb Betroffene nicht mehr sicher gehen können.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kreuzband gerissen ist, sollten Sie nicht lange zögern und einen Arzt aufsuchen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem Kreuzbandriss empfehlen wir die PECH-Regel.

Kreuzbandriss Arten

Vorderer Kreuzbandriss

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Fußball ist eine risikoreiche Sportart.

Das vordere Kreuzband hat eine wichtige Funktion für die Beweglichkeit des Knies. Es gewährleistet die Kniestabilität und Kontrolle während Beuge-, Streck- und Drehbewegungen. Ca. 70 % der vorderen Kreuzbandverletzungen sind Nicht-Kontakt-Verletzungen.

Zwei Verletzungsmechanismen werden unterschieden:

  1. Stoppbewegungen, Richtungswechsel sowie Landungen bei stehendem Fuß und nahezu gestrecktem Kniegelenk.
  2. Der Sturz nach hinten bei gebeugtem Knie.
Besonders risikoreich sind Sportarten mit schnellen Richtungs- und Tempowechseln wie zum Beispiel: Fußball, Handball, Basketball, Tennis, Squash und Abfahrtski.

Hinterer Kreuzbandriss

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Unfälle verursachen oft hintere Kreuzbandrisse.
Der hintere Kreuzbandriss ist deutlich seltener, gilt jedoch als die schwerere Verletzung.

Meist entsteht er durch eine starke Krafteinwirkung von vorne gegen das Schienbein bei gebeugtem Knie – dieses Verletzungsmuster ist typisch bei Auto-, Motorrad- oder Fahrradunfällen, kann jedoch auch durch einen Sturz auf das gebeugte Knie (zum Beispiel beim Fußball) eintreten.

Kreuzbandriss behandeln

Ist nur ein Teil vom Kreuzband gerissen, kann die im Heilungsprozess entstehende Narbenbildung zu einer erneuten Stabilisierung des Kniegelenks führen. Eine Operation erübrigt sich dann fast immer.

Empfehlenswert ist der operative Eingriff auf jeden Fall für Sportler. Die Kreuzband-OP kann üblicherweise die Funktion und Stabilität des Kniegelenks langfristig und sicherer wieder erreichen als eine konservative Therapie.

Kreuzbandoperation

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Eine Knieoperation bringt die Beweglichkeit zurück.
Um Folgeschäden aufgrund der Knieinstabilität zu vermeiden, sollte sportlich aktiven Patienten eine Kreuzbandoperation (vordere Kreuzbandersatzplastik) durchgeführt werden.

Der Eingriff wird in der Regel nach Abschwellen des Knies – bei zusätzlichen Verletzungen wie eingeklemmter Meniskus etc. aber auch sofort vorgenommen.

Bei der Kreuzband-OP wird die Beweglichkeit und Stabilität des vom Kreuzbandriss geschwächten Kniegelenks wiederhergestellt.
Bei der Kreuzbandoperation ersetzt der Chirurg das beschädigte Kreuzband üblicherweise durch patienteneigenes Sehnengewebe. Heutzutage werden die Operationen minimal-invasiv mit nur kleinen Schnitten durchgeführt.

Gut zu wissen: Die Kreuzband-OP erfolgt manchmal ambulant, meistens jedoch stationär mit einem bis zu 5-tägigen Krankenhausaufenthalt. Zudem wird die Operation in Voll- oder Teilnarkose durchgeführt. Der Eingriff dauert, je nach Verletzung und Operationstechnik zwischen ein und zwei Stunden. Ältere Patientinnen und Patienten mit einer schweren Arthrose des Kniegelenkes werden nicht mit einer Kreuzbandrekonstruktion behandelt.

Kreuzband-Op: Nachbehandlung

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Eine gezielte Therapie nach der Op erhöht die Lebensqualität.
Um das Knie nach der Operation zu stabilisieren, wird es für einige Zeit in einer Schiene fixiert.

Im Rahmen der Reha wird das Knie meist hauptsächlich passiv bewegt. Dann folgen ein langsamer Muskelaufbau sowie Koordinationsübungen. Dieses Training hat das Ziel, den vollen Bewegungsumfang und Stabilität zu erreichen.

Entscheidend für den Erfolg der Physiotherapie nach einer Kreuzband-Op ist neben der Qualifikation des Therapeuten auch die Motivation und Mitarbeit des Patienten.
Besonders unmittelbar nach der Operation ist auch eine Stabilisierung des Knies mit Hilfe einer Bandage ratsam. Damit kann neuen schweren Verletzungen des Knies vorgebeugt werden.

Konservative Therapie eines Kreuzbandrisses

Die wichtigsten Ziele im Überblick

Bei der Therapie von Kreuzbandverletzungen gibt es drei wichtige Ziele:
Die Schmerzlinderung nach der akuten Verletzung.
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Die Stabilisierung des Kniegelenks durch Wiederherstellung der Kreuzbandfunktion.
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Die Wiederherstellung der Kraftentfaltung und Koordination des Kniegelenks.
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Akutbehandlung

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Kühlen Sie Ihr Knie mindestens 3–4 mal täglich.
Nicht immer ist nach einem Kreuzbandriss eine Operation notwendig, denn die verletzungsbedingte Schwellung und Entzündung heilt oft von alleine ab.

Die Therapie besteht vor allem aus Hochlegen, Ruhigstellen, Kühlen und der Behandlung mit einem Entzündungshemmer. Häufig werden dafür Ibuprofen oder Diclofenac verschrieben.

Eine Begleittherapie ist die Knieorthese. Die Unterarmgehstützen dosieren die Belastung auf dem verletzten Knie optimal.

Physiotherapie

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Physiotherapie stärkt das Knie nach einer Kreuzbandverletzung.
Eine Physiotherapie kann die Heilung im verletzten Knie fördern.

Durch bestimmte Übungen werden die Koordination und die Funktion des Kniegelenks verbessert. Vor allem eine Kräftigung der Muskeln kann helfen, das Kniegelenk im Alltag wieder zu stabilisieren und die Knochen im Gelenk zu zentrieren.

Nachteil der konservativen Therapie

Auch die konservative Therapie hat ihre Grenzen. Bei starker Kraftentfaltung und hohen athletischen Belastungen reicht die muskuläre Kompensation nicht aus, um den alten Leistungsstand mit intakter Kreuzbandfunktion wiederherzustellen. Somit werden Operationen vor allem für Sportler empfohlen.

Der Weg zurück zum Sport

Um einem weiteren Kreuzbandriss und einem frühzeitigen Verschleiß des Kniegelenks (Arthrose) vorzubeugen, ist ein regelmäßiges Krafttraining sinnvoll. Denn starke Muskeln stabilisieren das Knie.

Die Dauer bis zum Wiedereinstieg hängt vor allem vom individuellen Heilungsverlauf und der körperlichen Verfassung ab. Während Profisportler schon nach sechs Monaten wieder auf dem Platz, der Piste etc. stehen, braucht ein Amateursportler hingegen ca. 12 Monate.

Dazu kommt, dass 25 % der Patienten, die einen Kreuzbandriss erlitten haben, sich in den folgenden zwei Jahren erneut einen Kreuzbandriss zuziehen. Aus diesem Grund ist eine anschließende Reha und längerfristige Schonung wesentlich für den Wiedereinstieg in den Sport.

Darüber hinaus kann man das Risiko für einen Kreuzbandriss vermindern, indem man Sportarten betreibt, die das Knie weniger belasten (zum Beispiel Radfahren, Schwimmen). Vergessen Sie dabei nicht, sich vor dem Training aufzuwärmen.

Sport nach Kreuzband-Op

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Steigen Sie langsam wieder ins Training ein.
Generell gibt es keine klare Empfehlung, wann der gewohnte Sport wieder voll ausgeübt werden kann. Es dauert meist einige Monate.

Der behandelnde Arzt entscheidet, wann und in welchem Ausmaß Sie wieder Sport betreiben können.

Ein verfrühter Wiedereinstieg kann erneute Verletzungen und einen Ausfall der Kreuzbandplastik verursachen.

Gut zu wissen: Auch wenn die Reha vorbei ist, ist das Knie empfindlicher für neue Verletzungen.

Richtlinien für den Wiedereinstieg

Voraussetzung für alle Schritte ist die Erlaubnis von Ihrem behandelnden Arzt.
Nach der erfolgreichen Behandlung ist es wichtig, mit langsamen Bewegungsübungen anzufangen. Ein gutes Training bietet das Fahrradfahren auf einem Ergometer. Dabei sollten Sie es jedoch nicht übertreiben.
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Nach ungefähr 2 Monaten ist Radfahren auf ebenen Strecken erlaubt. Achten Sie dabei darauf, dass die neue Bandstruktur nicht zu sehr belastet wird. Daher sollten Sie bis drei Monaten nach der Op auf Fahrradwege mit Anhöhen verzichten.
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Nach 4 Monaten können Sie das Lauftraining wieder aufnehmen.
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Wenn Sie eine Sportart betreiben, die Kontakt mit anderen Sportlern voraussetzt, wie z. B. Fußball, sollten Sie besser 6 Monaten warten.
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Kraft- und Koordinationstraining für die Beinmuskulatur sollten Sie anschließend dauerhaft in den Trainingsplan aufnehmen.
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Hansaplast Produktempfehlungen

Entlastung für Ihr Kniegelenk

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Schützt das Kniegelenk und beugt Verletzungen vor.
Die Hansaplast Knie-Bandage hilft schwache oder schmerzende Knie zu entlasten.

Die wesentlichen Funktionen einer Kniebandage nach einer Kreuzband Ruptur bestehen in der Stabilisierung des Knies und der Verhinderung des seitlichen Ausbrechens des Kniegelenks.

Der individuell anpassbare Klettverschluss der Hansaplast Knie- Bandage aus beständigem Material sorgt für optimalen Halt, Wärme und Komfort. Die Kniebandage gibt dem Patienten mehr Sicherheit.

Wärme gegen Schmerzen

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Wärmetherapie zur gezielten Schmerzlinderung.
Um die Schmerzen nach der Therapie zu lindern, können die Spiral HEAT flexiblen Wärmepflaster eingesetzt werden.

Sie ermöglichen eine wirksame Wärmebehandlung über 12 Stunden.

Aber: Akute Bandverletzungen lassen sich am besten mit Kälte behandeln. Kühlen Sie die betroffene Stelle mindestens 3 – 4-mal täglich für jeweils 10 - 15 Minuten.

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