Patellasehne als Ursache von Knieschmerzen
Wenn das Knie schmerzt, ist die Überreizung der Patellasehne eine häufige Ursache. Erfahren Sie alles zu den Ursachen und zur Behandlung.

Was ist die Patellasehne?

Die Patellasehne sitzt am Oberschenkelmuskel oberhalb des Knies und verläuft über die wichtigsten Bereiche des Knies. Sie führt dazu, dass wir unser Knie strecken und beugen können. Welche Symptome bei Patellasehnen-Schmerzen generell auftreten erfahren Sie hier.

Patellaspitzensyndrom - Reizung der Patellasehne

Das Patellaspitzensyndrom, auch Springerknie genannt, bezeichnet eine Reizung der Patellasehne. Oft werden die Schmerzen durch eine starke und andauernde Überlastung des Knies ausgelöst. Sportler, die ihr Knie durch plötzliche Drehbewegungen, schnelle Richtungswechsel oder Sprünge belasten, sind besonders stark betroffen.
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Symptome bei Patellasehnen-Schmerzen

  • Leichte Schwellungen treten auf
  • Druckempfindlichkeit im Bewegungs-und Ruhezustand
  • Beim Abtasten der Vorder- und Unterseite der Kniescheibe treten schmerzen auf
  • Kleine Verletzungen und Sehnenanrisse 
  • Bei einer andauernden Ruheposition entsteht ein Bewegungsdrang
  • Anspannung des Oberschenkels schmerzt
  • Strecken des Kniegelenks gegen einen Widerstand ist schmerzhaft
  • Instabilität des Knies und damit einhergehender Kraftverlust
  • Beschwerden bei Beugung und Streckung des Knies
Plötzliche Bewegungen reizen das Knie.
Sportliche und körperliche Tätigkeiten, bei denen das Knie durch Sprünge, Dreh- und Stoppbewegungen belastet wird, führen zu einer Reizung der Patellasehne. Durch eine häufige Überlastung entwickeln sich chronische Schmerzen ober- oder unterhalb der Kniescheibe. Dieser Prozess wird als Patellaspitzensyndrom bezeichnet. Bei Sportarten wie Skifahren, Volleyball, Basketball oder Fußball wirken extreme Kräfte auf das Kniegelenk. In 20 bis 30 Prozent aller Fälle sind beide Knie betroffen.
Sport führt zu Belastung der Patella.

Ein Kniescheibenhochstand oder eine verhärtete Oberschenkelmuskulatur können weitere Ursachen sein. Zudem kann eine Fehlstellung des Beckens oder der Wirbelsäule, aber auch eine Fußfehlstellung die Entstehung eines Patellaspitzensyndroms begünstigen.

Weitere Einflussgrößen sind eine verkürzte Beinmuskulatur mit verminderter Dehnbarkeit, eine angeborene Bandschwäche sowie Übergewicht. Auch ein unpassendes Schuhwerk, eine falsche Technik beim Sport oder ein zu harter Untergrund können das Patellaspitzensyndrom auslösen.

Das Patellaspitzensyndrom kann in drei Stadien unterteilt werden:

  1. Stadium 1: Die Beschwerden treten nur nach der sportlichen Aktivität auf. Zudem sind keine Verletzungen sichtbar.
  2. Stadium 2: Die Schmerzen an der Patellasehne setzen bereits während des Trainings ein. Die Entzündung kann behandelt werden und ist reversibel.
  3. Stadium 3: Auch im Ruhezustand treten Schmerzen auf. Die Sehne ist stark entzündet und es treten langsam Risse auf. Es besteht ein hohes Risiko, dass die Entzündung chronisch wird.

Joggen ist derjenige Sport, der den Begriff Runner’s Knee geprägt hat. Bei Läufern ist das Patellaspitzensyndrom weit verbreitet. Die Schmerzen machen sich im Bereich der Kniescheibenspitze bemerkbar. Sprungintensive Sportarten wie Volleyball, Basketball sowie leichtathletische Disziplinen, wie Weitsprung oder Hochsprung, leiden unter dem sogenannten Jumper’s Knee

Zudem führen Dysbalancen der Fußmuskulatur zu Schmerzen im Sprunggelenk, im Kniegelenk und sogar in der Hüfte. Gezielte Übungen können dem entgegenwirken

 
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Patellasehnenriss

Wenn die Sehne zwischen der vorderen Oberschenkelmuskulatur und der unteren Kniescheibe gerissen ist, spricht man von einem Patellasehnenriss. Der Patellasehnenriss tritt meist im Zusammenhang mit Vorerkrankungen auf. Der Riss entsteht, wenn degenerative Prozesse die Patellasehne nachhaltig geschädigt haben. Bei Kindern tritt der Riss meist am Übergang der Sehne auf das Schienbein auf. Bei Erwachsenen befindet sich der Riss meist weiter oben, am unteren Übergang der Sehne auf die Kniescheibe.
Ein Patellasehnenriss ist eine seltene Erkrankung.
Ein Patellasehnenriss äußert sich meist durch einen plötzlichen Schmerz. Zudem tritt eine Geh- und Stehunsicherheit durch den Stabilitätsverlust auf, sowie eine Kraftminderung im Kniegelenk. In den meisten Fällen wird ein Patellasehnenriss operativ behandelt, da eingerissene Strukturen an der Patellasehne nur in sehr kleinem Ausmaß eigenständig verheilen können.

Auf einem Röntgenbild lässt sich die genaue Beschaffenheit des Risses gut beurteilen. Außerdem kann man darauf sehen, ob zusätzlich ein knöcherner Sehnenausriss vorliegt oder nicht. In der seitlichen Aufnahme lassen sich zudem andere Diagnosen mit ähnlichen Symptomen ausschließen.
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Patellasehnen-Schmerzen richtig behandeln

Patellasehne tapen

Wie schon erwähnt ist das Patellaspitzensyndrom eine Verschleißerkrankung. Dies bedeutet, dass der Heilungsprozess durchaus etwas länger dauern kann. Mit einem Tapeverband beruhigen Sie das Knie, sodass die Reizung zwischen Knochen und Sehne abheilen kann. Auch Überlastungen des Knies können so behandelt werden. Normalerweise lassen Sie das Tape für vier bis sieben Tage auf dem erkrankten Knie. Das Tape bringen Sie entweder selbst an oder Sie lassen es einen Physiotherapeuten übernehmen.
Das Tapeband dient zur Entlastung des Knies.

Anleitung zum richtigen Tapen

  1. Ertasten Sie die Patellasehne direkt am unteren Beginn der Kniescheibe. Kurz unterhalb dieses Punktes wird die Basis des ersten Streifens angebracht.
  2. Der Einschnitt des ersten Y Streifens sollte direkt auf der Patellasehne beginnen. Die Basis wie immer ohne Zug aufbringen.
  3. Führen Sie den rechten Zügel unter maximalem Zug gegen den Uhrzeigersinn um die Kniescheibe. Das Ende wieder ohne Zug auslaufen lassen.
  4. Wiederholen Sie alles für den linken Zügel, nur diesmal in die entgegengesetzte Richtung und reiben Sie den Streifen fest.
  5. Der zweite Streifen wird genau wie der erste aufgebracht nur dieses Mal mit der Basis am Oberschenkel. Der Streifen verläuft nur etwas weiter außen und sollte den Ersten um ca. die Hälfte überlappen.
  6. Der letzte, kurze Tapestreifen wird quer, mittig direkt über die Patellasehne aufgebracht. Arbeiten Sie hier mit maximalem Zug in dem Bereich direkt vorne am Schienbein. Die Enden wie immer ohne Zug.
  7. Reiben Sie alles fest und Ihr Patellasehnen-Tape ist fertig.

Patellabandage

Natürlich muss man nicht immer die Patellasehne tapen, auch der Einsatz einer Patellabandage ist möglich. Der Vorteil der Kniebandage ist, dass diese sich nicht nach einer Woche wieder löst und bei Bedarf zum Duschen oder Ähnlichem kurz ausgezogen werden kann. Eine Kniebandage ist nie so passgenau wie ein Kinesio-Tape. Der Preisunterschied ist sehr gering, sodass es eigentlich eher eine Frage der persönlichen Vorliebe ist, ob man die Patellasehne tapen möchte oder lieber zur Kniebandage greift.
Kniebandagen sorgen für einen schonenden Halt.
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Übungen gegen Patellasehnen-Schmerzen

Eine wichtige Komponente der Therapie für eine langfristige Schmerzfreiheit sind Übungen. Es ist sehr wichtig, die Muskeln in dem gesamten Bein schön beweglich und flexibel zu halten. Die Übungen setzen dabei genau dort an, wo vor allem in der Oberschenkelmuskulatur deutliche Verkürzungen entstanden sind. Mit Übungen verhindert man, dass sich Muskeln und Faszien in dem schmerzhaften Bein verkürzen und dadurch die Kniescheibensehne reizen. Die richtigen Bewegungen sind essenziell, um Ihre Gelenke zu schonen.

Durch Dehnen kann die Spannung aus der schmerzenden Patellasehne genommen werden. Faszien sind bindegewebeartige Strukturen, welche die Muskulatur umhüllen und dadurch stabilisieren. Mit einer Faszienrolle wird die Durchblutung im Gewebe angeregt und so die Gewebespannung verbessert.

Faszien-Rollmassage

  • Für die Faszien-Rollmassage nehmen Sie die Medi Rolle zur Hand. 
  • Legen Sie die Rolle auf die Schienbeinfläche unterhalb des Knies. Jetzt rollen Sie in langsamen Bewegungen über die Kniescheibe bis zum Becken nach oben. 
  • Je mehr Sie nach oben rollen, desto mehr können Sie Ihren Oberkörper nach hinten legen. 
  • Anschließend wiederholen Sie diese Rollübung, aber legen die Rolle nun in einem 45° Winkel nach außen. 
  • Das Gleiche machen Sie danach mit einem 45° Winkel nach innen.
Die Massage muss sehr druckvoll ausgeübt werden.

Exzentrisches Training

  • Das betroffene Bein steht auf einem dicken Buch oder Schrägbrett mit ca. 25° Neigung.
  • Nun beginnen Sie mit einer langsamen Kniebeuge mit dem betroffenen Bein bis 90°und zählen 21 – 22 – 23. Verharren Sie kurz in der Endposition. 
  • Danach zügig zurück in die Ausgangsstellung.
  • Wenn Sie 3 x 15 Wiederholungen problemlos bewältigen können, steigern Sie die Last mit Rucksack un
Körperliche Aktivität ist zentral für die Heilung.

Dehnung des Hüftlendenmuskel

  • Machen Sie einen weiten Ausfallschritt. Dabei knien Sie mit dem hinteren Bein auf dem Boden.
  • Bleiben Sie aufrecht und halten Sie den Rücken gerade.
  • Drücken Sie mit Ihren Händen die Hüfte nach vorne und unten, bis Sie ein Spannungsgefühl in der Leiste spüren.
  • Schieben Sie die Kniespitze nicht vor die Fußspitze, um die Gelenke zu schonen.
  • Wenn Sie den Druck auf die Kniescheibe als unangenehm empfinden, nutzen Sie eine weiche Unterlage.
Dehnung reduziert die Spannung der Patellasehne.
Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist ganz eindeutig: Ruhe und Entlastung. Je nach Stärke der Beschwerden sollte für einen Zeitraum von sechs Wochen bis hin zu drei Monaten komplett auf Sport verzichtet werden und das Kniegelenk so weit wie möglich geschont werden.

Neben der Krankengymnastik und Medikamenten können Kniebandagen als auch Tapes verwendet werden. Sie unterstützen und entlasten gezielt die Patellasehne und tragen zur Schmerzreduktion bei. Ihr Knie wird es Ihnen danken!

In der Regel reichen diese Maßnahmen zur Behandlung von Patellasehnen-Schmerzen aus. Erst, wenn die Beschwerden trotz Schonung, Krankengymnastik, Massagen und Bandagen weiter bestehen bleiben, sollten Sie mit Ihrem Arzt über operative Behandlungen sprechen.

Beim Wiedereinstieg in den Sport dürfen keinerlei Entzündungszeichen und Schmerzen vorliegen. Beginnen Sie langsam und steigern Sie das Training vorsichtig. Ein ausgiebiges Aufwärmtraining ist wesentlich, um das Risiko für erneute Verletzungen zu senken. Auch die Gelenke sollten Sie dabei nicht außer Acht lassen. 
Um Ihre Füße und Beine zukünftig gesund zu halten, sollten Sie diese 10 Übungen in Ihr Training einbauen.
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